Station 4: Weidewirtschaft

Weidewirtschaft

Weidewirtschaft gestern und heute

 Der linkerhand gelegene, heute dicht bewaldete „Käsbühl“ („Bühl“ = grasbewachsener Hügel) war früher deutlich lichter und auch als Weidegebiet in Gebrauch. Ebenso zeugt der Name der angrenzenden Flur „Trieb“ davon, dass die Heutensbacher einst ihr Vieh hierher an die Grashänge und Waldwiesen im Südosten des Dorfs zur Weide getrieben haben. Da die gemeindeeigenen Weideflächen nicht ausreichten, erwarb die Gemeinde im 18. Jahrhundert bei der württembergischen Herrschaft das Weiderecht für beide Flurstücke. Dieses hatte bis 1853 Bestand.

Über viele Jahrhunderte hinweg diente das gehaltene Vieh ausschließlich dem Eigenbedarf und die Viehwirtschaft war Weidewirtschaft. Das Vieh war damals von Frühjahr bis Herbst auf der Weide, gehütet und versorgt von Gemeindehirten. In Heutensbach gab es 1525 zwei, später nur noch einen Hirten, der von der Gemeinde oder den Bauern, deren Vieh sie hüteten, bezahlt wurde. Den Viehbestand der Heutensbacher Bauern darf man sich bis ins frühe 19. Jahrhundert hinein nicht allzu groß vorstellen: Lange besaßen ärmere Bauern wohl nur eine Kuh und einige Geißen, wohlhabendere Bauern zirka vier Stück Rindvieh, davon je ein bis zwei Ochsen als Zugtiere. Nur besonders reiche Bauern konnten sich 10 Stück Rindvieh und mehr leisten, Ochsen und Jungvieh eingeschlossen.

Zu Martini (11.11.) war jährlich die Zinsabgabe für die Viehweide am Käsbühl und im Flurstück Trieb fällig. Erst als sich in den 1840er Jahren auch in Heutensbach mehr und mehr die ganzjährige Stallfütterung durchgesetzt hatte, konnte mit der Viehwirtschaft über den eigenen Bedarf hinaus produziert werden und Milch wie auch Fleisch verkauft werden. Inzwischen spielt die Weidewirtschaft bei der Fleischproduktion wieder eine größere Rolle.

Heute werden die Wiesen hier unterhalb des Käsbühls von der Heutensbacher Schäferei Allmendinger beweidet. In mittlerweile vierter Generation betreibt die 1949 in Heutensbach sesshaft gewordene Familie Allmendinger noch eine klassische Wanderschäferei. Mit ihrer Herde ist sie vorwiegend im Weissacher Tal und in der Gegend um Backnang unterwegs, zumal mit der zunehmenden Landschaftsversiegelung die alten Triebwege auf die Schwäbische Alb inzwischen weitgehend verschwunden sind. In der früher vorrangig auf die Gewinnung von Wolle ausgerichteten Schafhaltung spielen mittlerweile auch die Fleischproduktion sowie die Landschaftspflege eine große Rolle.

 

Hallo liebe Kinder!

Mit etwas Glück kannst Du hier immer wieder Schafherden beobachten. Besonders interessant ist es, wenn viele Lämmer dabei sind. Der Schäfer wird, wenn er seine Schafe hütet, meist von einem Hund begleitet. Weißt Du, welche Aufgabe der Hund übernimmt?

Hier in dem kleinen Kasten kannst Du fühlen, wie sich Schafwolle anfühlt. Damit sich die Schafe wohlfühlen, müssen sie mindestens einmal im Jahr geschoren werden. Sonst würden sie unter dem Gewicht ihrer Wolle leiden. Weißt Du, in welcher Jahreszeit Schafe geschoren werden und was alles aus der Wolle von Schafen hergestellt wird?

Lösung: Stele Weidewirtschaft

Die Herdenhunde (auch Hirtenhunde) helfen dem Schäfer, auf seine Herde aufzupassen. Sie sorgen dafür, dass auf der Weide oder beim Weiterziehen mit der Herde alle Tiere beieinanderbleiben und kein Schaf aus der Herde wegläuft.

Die Menschen halten und züchten Schafe schon seit vielen tausend Jahren. Dabei haben sie darauf geachtet, dass die Tiere immer bessere Wolle hatten. Als Wolle gelten bestimmte Teile des Fells: das weiche Unterhaar, das Vlies. Wolle hält Wärme. Darum macht man daraus gerne wärmende Kleidung (Mützen, Hüte, Socken, Handschuhe, Pullover, Westen oder Mäntel), aber auch Teppiche, Decken oder Taschen. Auch zur Wärme- und Schalldämmung wird Schafwolle benutzt.

Mindestens einmal im Jahr werden die Schafe geschoren. Dies findet im späten Frühjahr statt und früher hat man dafür eine einfache Schere verwendet. Heute benutzt man elektrische Schermaschinen. Das Abschneiden der Wolle tut den Tieren nicht weh, aber sie müssen dabei eine ganze Weile stillhalten.

Schafe geben auch Milch und zudem kann man ihr Fleisch essen. Lammfleisch stammt von Schafen, die beim Schlachten jünger als ein Jahr alt waren.

Dorfgemeinschaft heutensbach

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