Station 6: Streuobstwiesen

Streuobstwiesen

Streuobstwiesen – eine prägende Kulturlandschaft im Weissacher Tal

 

Der Blick ins Tal zeigt eine typische und prägende Landschaft der Gegend, die Streuobstwiese. Im März 2021 wurde die Streuobstwiese in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Bis zu 5000 Pflanzen- und Tierarten leben dort und damit ist sie eine der artenreichsten Lebensräume in Mitteleuropa und es ist wichtig, dieses Kulturgut zu erhalten.

Gerade rund um Heutensbach hat die Streuobstwiese eine besondere Tradition und heute noch werden hier viele Obstgrundstücke bewirtschaftet. Jahrzehntelang war bis vor kurzem auch nahe der Ortsmitte Heutensbach im Bürgweg eine kleine Mosterei und Küferei der Familie Grimmer in Betrieb. Zur Erntezeit und vor allem in Jahren mit einer erfolgreichen Obsternte bildeten sich davor lange Warteschlangen.

Von Friedrich Grimmer ist aus seiner Schulzeit aus dem Jahr 1912 ein Schulaufsatz überliefert, der die Bedeutung des Obstanbaus verdeutlicht (Original-Reproduktion siehe Abbildung 2):

„[…]Umso erfreulicher aber ist die Obsternte ausgefallen. Zur Blütezeit drohten unseren Obstbäumen Fröste,
aber sie haben kaum etwas geschadet. Sowohl Apfel- als Birnbäume lieferten einen reichen Ertrag, das Obst ist gut
ausgereift u.[nd] auf dem Markt hat man schöne Preise bekommen. Das ist unsern Landwirten wohl zu gönnen denn sie haben im vergangenen Sommer viele Enttäuschungen erleben müssen“.

Streuobstwiesen zu bewirtschaften bedeutet viel Arbeit und das nicht nur zur Erntezeit. Baumschnitt im Frühjahr und regelmäßiges Mähen sind an der Tagesordnung.
Die Gemeinden im Weissacher Tal und der Verein Schwäbisches Mostviertel unterstützen deshalb die Besitzer und Pächter zur Erhaltung dieses Kulturgutes.

 

 

Hallo liebe Kinder!

Es gibt verschieden Sorten von Streuobstbäumen, wie zum Beispiel Apfel, Birne, Kirsche oder Quitte. Wenn im Herbst die Bäume ihre Früchte tragen, kann man die Streuobstbäume gut unterscheiden. Aber auch wenn Du zu einer anderen Jahreszeit unterwegs bist, unterscheiden sie sich deutlich. Beobachte auf deinem weiteren Spaziergang Baumform, Stamm, Blätter, Blüten und Rinde.

Besonders bei den Äpfeln gibt es viele Sorten auf Streuobstwiesen, die man im Supermarkt nicht kaufen kann und viele Menschen gar nicht mehr kennen. Sie sind sehr lecker und heißen zum Beispiel Brettacher, Bittenfelder oder Gravensteiner oder haben gar so besondere Namen wie Kardinal Bea, Jakob Fischer, Sulzbacher Liebling oder Kaiser Wilhelm Apfel.

Auf Märkten und Festen oder bei Landwirten in der Gegend werden sie oft verkauft. Achte mal darauf, ob Du bei so einer Gelegenheit manche der oben genannten oder andere Streuobstsorten entdeckst und vielleicht probieren kannst.

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